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Little Garden I/VI

11. Mai 2012

Ich habe mit einer sechsteiligen Reihe von kleinen Gärten begonnen.
Die sechs Gärten werden später zu einem eigenen Projekt weiterverarbeitet, es steht aber auch jede Zeichnung für sich und ich möchte gerne jeden einzelnen Garten einrahmen und an die Wand hängen.

Ho iniziato con una serie di sei piccoli giardini.
I sei disegni faranno parte di un progetto piú grande, ma vorrei anche incorniciare ed appendere ognuno dei sei giardini.

Der erste kleine Garten ist der Garten „Freiheit“.
Hier wachsen Kakteen und Sukkulenten, die  ich sehr gerne mag.
Sie sind für mich Symbole für Anspruchslosigkeit, sie sind pflegeleicht, ohne große Bedürfnisse, kommen mit wenig zurecht und machen dazu noch wunderschöne Blüten.

Il primo piccolo giardino é il Giardino „Libertá“.
Qui crescono i cactus e le piante grasse, che adoro.
Per me sono simboli del non avere grandi pretese; non necessitano di particolari cure, non sono esigenti, si arrangiano con poca acqua e fanno dei deliziosissimi fiori.


Und das ist es: Freiheit heißt für mich vor allem Unabhängigkeit von Abhängigkeiten.
Bedeutet Blumen und Früchte hervorzubringen, auch wenn die Bedingungen nicht perfekt sind.
Heißt, das Bestmögliche aus den „Rahmenbedingungen“ zu machen, in denen man sich befindet: Jetzt und Hier, in diesem Leben eben, als dieses „Ich“.
Und sich erlauben, damit glücklich zu sein und zufrieden.
Nicht all dem hinterherjammern, was alles so-viel-besser sein könnte, wenn dies-und-das anders wäre.
Was nicht bedeutet, dass man die Dinge nicht ändern wollen soll, die nicht passen – auch das gehört zur Freiheit: Den Fuß in die Luft zu setzen und zu sehen, dass sie hält, wie die Lyrikerin Hilde Domin es ausdrückt.
Knospen treiben und zur Schönheit des Lebens beitragen, der Utopie entgegen, vielleicht auch mit einer Art Trotz, Beharrlichkeit.
Prioritäten setzen, die wahren Bedürfnisse erkennen: materiell, spirituell, seelisch.

Libertá per me ha questo significato: non essere troppo dipendenti da questo e quello.
Significa fare fiori e frutti anche se le condizioni non sono perfette.
Fare il meglio possibile nelle condizioni date: nell’Qui e Adesso, in questa vita, nell’essere „Io“.
E permettersi di essere felici.
Non piangere dietro a tutto ció che potrebbe essere e che non é, non lamentarsi di tutto ció che dovrebbe cambiare prima di poter essere felici.
Il che non significa che non bisogna voler cambiare le cose che non vanno bene. Anche questo é libertá: Fare un passo nell’aria e vedere che lei mi porta, come diceva la poetessa Hilde Domin.
Sbocciare e contribuire alla bellezza della vita, orientarsi verso l’utopia con un certo spirito di ostinazione.
Stabilire le proprie prioritá, capire i bisogni essenziali: a livello materiale, spirituale, intellettuale.

Der Sternenhimmel, die Nacht: Das ist jene Tageszeit, die für mich mit „Freiheit“ am meisten in Zusammenhang steht.
Vielleicht, weil wir normalerweise die Nacht nicht „verplanen“ mit Dingen, die zu erledigen sind.
Mitten in der Nacht habe ich am deutlichsten das Gefühl, ein freies Wesen zu sein. Ich blicke zu den Sternen, von denen viele schon erloschen sind und doch noch leuchten, und fühle ganz deutlich, wie alles zusammenhängt, miteinander verbunden ist, Sinn ergibt. Das befreit mich von Ängsten, Zweifeln, Unsicherheiten, dem Gefühl von tausend Verpflichtungen.
Das ist mein kleiner „Garten Freiheit“ mit den Kakteen und Sukkulenten, den ich pflegen und hegen will; und in dem ich spazieren kann, mitten in der Nacht unter dem Sternenhimmel.

Il cielo stellato, la notte: È questo il momento che per me rappresenta di piú la „libertá“.
Forse perché teniamo libera la notte dalle „cose da fare“, mentre di giorno siamo impegnati a correre dietro a mille cose.
Di notte la sensazione di essere un essere libero é piú grande. Guardo le stelle, tante di loro si sono giá spente ma continuano a brillare, e sento come tutto quanto fa parte di una cosa piú grande, unica, come tutto ha un senso piú profondo. E questo mi libera da paure e insicurezze, dalla sensazione di avere mille obblighi e doveri.
Questo é il mio piccolo „Giardino Libertá“ con i cactus e le piante grasse, che voglio curare e coltivare; dove posso passeggiare di notte sotto il cielo stellato.

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28 Kommentare leave one →
  1. 11. Mai 2012 07:24

    mi piace tanto questo giardino di piante grasse. ci passeggerei volentieri…

    • Sybille permalink*
      11. Mai 2012 07:31

      Magari ci diamo appuntamento una notte, dietro quel grande cactus… :)

  2. 11. Mai 2012 07:34

    magari! ma ti avviso, ne staccherò un pezzettino nella speranza che attecchisca da qualche parte…le piante grasse mi fanno quest’effetto. liberà e propagazione facile :)

  3. 11. Mai 2012 07:38

    Superschön!

  4. 11. Mai 2012 07:58

    Bel giardino e belle parole, fanno pensare e rasserenano!
    mi hanno ricordato una vecchia canzone di Alberto Fortis: „voglio stare bene adesso dove sto e non vivere rimbecillito e tonto con la voglia di abbracciare chi non ho“, anche se nelle sue c’è un po‘ di rabbia e nelle tue tanta armonia :)

  5. Erika Heinemann permalink
    11. Mai 2012 08:42

    Voller Bewunderung für Deine Zeichnungen, Deine Worte – generell für Deine Arbeit und Deinen Blog – möchte ich Dir zu Denem neuen und schönen Projekt gratulieren. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht. Ich denke, dass sich Hilde Domin, die ich so sehr schätze, sehr gefreut hätte, sich in diesem Kontext wiederzufinden.
    Mit herzlichen Grüßen aus Kopenhagen,
    Erika Heinemann

    • Sybille permalink*
      11. Mai 2012 09:11

      Liebe Erika, vielen Dank für deine herzlichen und ermutigenden Worte, ich bin gerührt. Da werde ich beim nächsten Garten-Zeichnen bestimmt auch an dich denken. Bis bald!

  6. 11. Mai 2012 09:27

    Una meravigliosa riflessione per un delizioso „disegno“… :)

  7. 11. Mai 2012 18:59

    è meraviglioso!

  8. 12. Mai 2012 08:38

    How small this drawing is, Sybille. It is good you show your coloured pencil along with it because I would have thought it was big. Very cute drawing.

  9. april permalink
    12. Mai 2012 14:59

    Unglaublich schön; immer wieder ein Wunder, dass so etwas Leuchtendes auf Packpapier entstehen kann. (Hat auch ein bisschen mit deinem Thema zu tun?).
    Deine Worte dazu, die Freiheit betreffend, gefallen mir mindestens so gut wie das Bild. Wie gut, wenn man diese Weisheit schon in jüngeren Jahren für sich erkennt.
    LG, April

    Not only a wonderful little garden, but also great words going along with it. I’m very much looking forward to the next ones.

    • Sybille permalink*
      12. Mai 2012 16:54

      Danke liebe April! Zweisprachige ermutigende Worte, toll! :)

      …haha, „in jüngeren Jahren“, also ich glaube das hängt eher mit den weisen Lehrerinnen und Lehrern in meinem Leben zusammen, die mir so viel von ihren Schätzen schenken. (Denen widme ich dann den übernächsten Garten. Der nächste wird wohl in ein paar Tagen fertig sein, also bis bald!)

      • april permalink
        12. Mai 2012 17:19

        In Englisch deshalb, weil deine anderen Kommentatorinnen vielleicht kein Deutsch verstehen.

      • Sybille permalink*
        12. Mai 2012 17:34

        Lieb von dir…

  10. 13. Mai 2012 16:34

    Ein wunderschöner kleiner, blauer Garten, in dem man sitzen und träumen kann…. ich mag sowas. Und jetzt bin ich schon sehr neugierig, auf die weiteren Gärten, die unter deinen talentierten Händen entstehen werden!
    Sonnige Grüße von Rosie

    • Sybille permalink*
      13. Mai 2012 17:13

      Hallo Rosie,
      ja, ich genieße die Gartenarbeit gerade sehr. Durch die offene Balkontür dringt das Zwitschern der Vögel, die Sonne schenkt mir am Tisch ein unglaublich schönes Licht und wenn ich hinausblicke, blüht und sprießt es überall richtig frühlingshaft. Kein Wunder, dass man dadurch inspiriert wird! Bis bald, liebe Grüße ins Bergische,
      Sybille

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